KAMBODSCHA – Paradies im Irgendwo…an der Grenze zu Laos

KAMBODSCHA – Paradies im Irgendwo…an der Grenze zu Laos

Samstag, 27.01.2018

 

Stung Treng – Fahrt durchs Niemandland oder Fahrt ins Ungewisse – die kleine Lodge am Mekong River – Irawadi Delfine und schwimmen im Mekong bei Sonnenuntergang

 

MEIN MOTTO DES HEUTIGEN TAGES:

ES IST EIN SCHÖNES GEFÜHL GESPANNT ZU SEIN WAS DER TAG BRINGT UND WAS EINEM ERWARTET – VORFREUDE IST DIE SCHÖNSTE FREUDE UND NATÜRLICH DABEI ZU SEIN UND ALLES ZU ERLEBEN!

 

Natürlich – das hätte ich mir denken können – kein Minibus der pünktlich abfährt! Ich werde zwar punkt 10 Uhr vom Hostal abgeholt aber dass ich danach zwei geschlagene Stunden warten muss bis der gelbe Bus endlich voll ist, das hat keiner gesagt! Wie auch immer, ich bin ja in der Zwischenzeit auf alles gefasst und kann mich sehr gut beschäftigen. Da ich kein Frühstück hatte und nicht weit weggehen kann, man weiss ja nie wann es los geht, werden ich die nächsten 2 Stunden zum Testesser und probiere alles mögliche um satt zu werden. Fangen wir mit den in Bananenblättern eingewickelten Etwas. Keiner kann mir erklären was es ist. Ich probiere es einfach. Hmmm…gebratene Bananen umwickelt mit Kokos und Klebereis in einem Gelantineartigen, nach Pflaumenmarmelade schmeckendem Etwas. Das nächste ist ein seltsames Gebäck mit einem roten Stempel versehen. Hoffentlich nichts Ungesundes? Innendrin entpuppt sich süsses Kokosnusspüree….Ich habe immer noch Hunger…als nächstes Ananas mit einem Päcken Pulver aus Chile, Paprika und Salz. Die süsse Ananas wird darin reingetunkt und erhält dadurch einen sauren, aber scharfen Geschmack. Belegte Brötchen gibt es auch – wie es sich herausstellt habe ich diese Variante schon im Battambang gegessen. Gurken, Fleischbrühe, Mangosalat und eine Art Käse. So das war es aber jetzt – nicht dass mein Magen auf der Reise verrückt spielt. Und siehe da, meine 2 Stunden Wartezeit sind rum und unsere Fahrt geht los in die Walachei. Es wird immer unzivilisierter, die Dörfer, irgendwann die Strassen, die in roter Erde enden und selbst die Brücken werden zu Holzlatten, wenn überhaupt. Alles staubt nur noch und um uns herum Dschungel und weit und breit keine Menschenseele. Ich wollte ans Ende der Welt, aber so habe ich mir das nicht vorgestellt. Irgendwann kommen dann aber wieder die typischen Pfahlbauten aber ärmer geht es wirklich nicht mehr. Über unbefestigte Strassen und Stock und Stein am Mekong entlang kommen wir nach guten drei Stunden endlich an unserem Ziel an. Ich bin auf alles gefasst. Wirklich auf alles! Aber mit dem, was ich nun sehe, habe ich wirklich nicht gerechnet. Vor mir der Mekong und direkt daneben hölzerne Lodgen mit Veranden und superschöne Zimmerchen. Als mir Zona, der Manager, den Preis nennt, stockt mir der Atem. 10 Dollar. Nichts für ein Luxus wie das, aber ich wollte eigentlich einen Homestay und mit den Einheimischen sein. Er bringt mich kurzerhand mit dem Motorrad zu einem Homestay, aber als ich sehe dass ich die Nacht auf einer Strohmatte mitten unter der Familie schlafen soll und bei 40 Grad ohne Ventilator und nicht einmal eine Dusche habe, schliesslich ist ja der Mekong vor der Türe, lehne ich ab und gönne mir lieber die nächsten Tage Luxus. Ich habe eher an einen Homestay gedacht wie ich ihn in Banteay Chhmar hatte…aber nicht mal Strom und Steckdosen…na ja…auf Internet kann ich gerne verzichten, aber nicht auf meine Reiseberichte…das muss ja alles präzise festgehalten werden…und mit meinen Mammutberichten schreibe ich mir ja sonst die Finger wund…Ich nehme also Einzug in meine wunderschöne Lodge und um 15 Uhr bin ich startbereit für meine Mekongfahrt mit Zona zu den Irwadi Delfinen. Die Anlegestelle von den Booten ist direkt vor meiner Nase. Zona hat sein eigenes Boot – mit ihm kann ich also alle meine Ausflüge planen – leider ein wenig kostenspielig. Als wir mit seinem Longtailboot losfahren, zeigt er auf das gegenüberliegende Ufer vom Mekongdelta – das ist Laos.

Wir düsen an Felseninselchen und einigene grösseren Inseln vorbei und am Dschungel neben uns, soweit das Auge reicht. Nur auf der Laosseite sind ein paar Häuschen zu sehen. Die Strömung ist gewaltig. Auch jede Menge Strudel. Nach einer guten halben Stunde mit dem Boot ankern wir an einer kleinen Insel und pausieren. Kurz davor fliesst ein weiterer Fluss in den Mekong und man nimmt die vielen kleinen Fische wahr, die hier zusammentreffen…und wo sich viele Fische tummeln, sind auch Fischer…die Fischer sind hier die selten gewordene Flussdelfinen. Sie gibt es zwischenzeitlich nur noch bei Kratie und in dieser Gegend…leider nur noch ein Dutzend und drei davon leben hier. Als ich auf die Böschung der Insel gehe sehe ich sie auch schon. Anders als gewöhnliche Delfine haben sie auf der Schnauze einen Buckel. Sie spielen im Wasser, legen ihre Saltos vor uns hin und treiben sich wie Fische zu. Das Ganze festhalten mit der Kamara ist ein Ding der Unmöglichkeit – es geht einfach alles zu rasend schnell. Es macht einfach Spass sie im Blickfeld zu haben und an ihrer Freude teilzuhaben. Ich darf sogar mit ihnen schwimmen und beschliesse im Mekong zu baden. Die Strömung ist jedoch so gewaltig, dass ich innerhalb von Sekunden meterweit davontreibe und wirklich zu kämpfen habe wieder auf die Höhe des Bootes zu kommen. Ich beschliesse, nicht zu den Delfinen zu schwimmen – es gibt keine Rettungsringe und ich bezweifle, dass mich hier jemand aus den Fluten retten würde. Also begnüge ich mich weiterhin mit dem Zuschauen und mit dem Sonnenuntergang hinter uns, der mehr als prächtig ist. Als wir uns wieder auf den Rückweg machen, lässt Zona das Boot in Richtung Flussmitte treiben, wo sich die Delfine tummeln. Und siehe da, sie nähern sich uns und springend Salto schlagend aus dem Fluss bevor sie flussaufwärts gegen die Strömung davonschwimmen. Was für ein Spektakel.

Einmalig! Was will man mehr. Applaus!!! Wieder ein Traum in Erfüllung gegangen! Ich habe die Irawadi Delfine gesehen!!! Das das so schnell klappt, hätte ich nie gedacht!!! Wow! Mein Abend soll noch auf einer Party in Laos mit Zona enden…aber sein Bruder hat das Boot geschnappt und hat sich mit einem Freund auf die Party davongemacht und Zona nicht bescheid gegeben! Was für ein Bruderherz! So komme ich leider nicht auf die Party in Laos höre aber über den Mekong die laute Musik. Zum Essen gibt es heute auch nichts mehr – die Imbissbuden sind schon zu. Also mit Hunger und ohne Party ins Bett aber dafür ein siebtes Himmelreich in meiner Lodge am Mekong.

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