KAMBODSCHA – auf der Route um Siem Reap – Dörfer abseits der Route

KAMBODSCHA – auf der Route um Siem Reap – Dörfer abseits der Route

 

Sonntag, 21.01.2018

 

Siem Reap & seine Natur und Dörfer

 

MEIN MOTTO DES HEUTIGEN TAGES:

LASS DEN TAG FÜR DICH IMMER EINE ÜBERRASCHUNG BEREITHALTEN…

 

Heute geht es auf das Lande. Ich will die Umgebung von Siem Reap erkunden und mal sehen, was mich hier alles erwartet. Den Tag fange ich im erfrischenden Pool an und das Frühstück nehme ich nebenan an einer Bar ein mit chilliger Musik. Mein Fahrrad steht schon bereit und um 11 Uhr geht es los. Ich weiss, etwas spät, aber mir sei auch mal gegönnt den Tag nicht früh anzufangen. Anfangs fahre ich auf der Hauptstrasse durch die Stadt am Fluss entlang, biege aber dann nach guten 2 km nach links ab und fahre über eine Brücke in die Natur pur. Eine rote Sandpiste führt mich direkt durch eine tropische Landschaft mit urigen Stelzenhäuschen. Überall wird irgendetwas von den Dörflern getrocknet – sei es Fisch, Steckrüben, Reis. Am Fluss waschen einige Frauen Wäsche oder hängen die Wäsche an langen Leinen auf. Auf den Feldern graben die Männer mit ihrem Pflug die Felder um und die Kinder kommen mir jubelnd mit den Fahrrädern entgegen und winken mir lachend zu. Leben pur. Ich passiere eine Tempelanlage neben mir, die leider geschlossen ist aber für ein Fotomotiv von aussen reicht es immerhin. An einem kleinen heruntergekommenen Kiosk gönne ich mir nach ca. 3 Stunden eine kleine Pause und trinke einen frischgepressten Zuckerrohrsaft. Man braucht Energie bei dieser Hitze. Und weiter geht es – mir tut allmählich der Hintern weh! Der Schnappschuss des heutigen Tages ist eine ältere Dame, die in Jean Paul Gaultier Dessous (sieht zumindest so aus) Fisch zum Trocknen auslegt! Am Fluss entlang  sind unzählige Männer am Fischen oder legen Netze aus. Eine alte Wassermühle gibt es sogar auch, sogar funktionstüchtig. Alte Holzbrücken führen zur anderen Uferseite und zahlreiche Pfahlhäuser stehen an einigen Abschnitten sogar im Fluss und können nur mit dem Boot verlassen werden. Am Ufer wird Müll verbrannt. Das trägt auch nicht zur Lösung bei, denn der Müll liegt meterhoch in den Büschen oder schwimmt im Fluss, der bereits schon eine schwarze, dunkle Brühe ist…mich wundert es, dass der Fisch überhaupt noch schmeckt geschweige denn gesund ist! Meinen Rückweg trete ich über die Hauptstrasse an, denn ich habe einen morz Hunger und da wo ich jetzt radle gibt es nur ungewöhnlich Essbares und den Magen verderben will ich mir nicht. Bald habe ich das richtige Lokal gefunden. Hier sitzen ca. 30 Männer am Essen…das muss aber lecker sein. Ich halte an und wähle aus den 8 Kochtöpfen Rindfleisch mit Paprika, Ingwer und Reis. Das Rindfleisch wird hoffentlich kein Hund sein…heul. Als ich mich hinsetze stelle ich fest, dass die Männer boxen schauen – Thailand gegen Kambodscha. Anscheinend ist es sehr selten, dass sich eine Frau traut sich zu ihnen zu setzen. Alle starren mich an und ich grüsse sie freundlich. Bevor ich gehe, lasse ich natürlich noch ein Foto von mir schiessen…ich unter 40 Kambodschanern…wann hat man schon ein solches nettes Bild? Zurück in die Altstadt für ein leckeres Mango Passion Shake und ab Sharon zu treffen, den Israeli, den ich gestern getroffen hatte. Wir wollten zusammen in seinem tollen Hotel mit tropischen Ambiente, im Pool schwimmen gehen und den Abend gemeinsam verbringen und Abendessen gehen. Auf dem Weg dorthin habe ich nicht mit einer Hotelmeile gerechnet. Ein Boutiquehotel jagt das andere Boutique Hotel. Eines zieht mich magisch an und ich frage am Empfang, ob ich mir die Anlage ansehen darf. Es ist wie in einer Oase. Kaum habe ich die Rezeption hinter mir gelassen stehe ich in einem magischen Dorf. Ca. 11-12 verschiedene Stelzenhäuschen sind in einem riesen grossen Garten an einem kleinen Flusslauf und Teichen aufgebaut und drumherum Palmen und Bananenbäume, Hibiskus und Jasmin und viele andere Blumen. Die Häuschen wurden von verschiedenen Provinzen hier her gebracht und wieder aufgebaut. Im Innern sehr luxuriös aber identisch und sehr geschmacksvoll eingerichtet. Jedes Häuschen hat auch seine Terrasse und am Ende des Gartens ist ein wunderschöner Pool mit Holzliegen zum Entspannen. Ich bin absolut begeistert. Beim Herausgehen begegnet mir ein Mann, der, wie es sich herausstellt der Inhaber der Anlage ist. Er will mich für heute Nacht einladen, gratis in seiner Anlage zu nächtigen, um das Gefühl dafür zu bekommen wie in einem Dorf zu sein. Leider ist kein Häuschen frei – ich hätte dankend angenommen! Was für ein wahnsinniges Angebot! Er findet meine künftige Businessidee genial und bietet mir sogar an, mit ihm zu kooperieren. Aber ich kann nichts versprechen…und darüber reden will ich grossartig auch noch nicht…mal sehen was die Zeit bringt! Ich radle weiter und treffe noch zufällig einen Franzosen als ich nach dem Weg zu Sharons Hotel frage, der auch eine kleine Bungalowanlage im Balinesischen Stil hat. Aber alles ziemlich eng aufeinander. Da ich schon wieder Hunger habe, esse ich mal wieder an einem Fressstand frische und frittierte Frühlingsrollen mit Erdnusssosse – göttlich, mach einen Abstecher zur methodistischen Kirche, wo leider keiner auffindbar ist sonst hätte ich zu gerne gegrüsst. Eine gute Stunde später tummle ich mich mit Sharon eine halbe Ewigkeit in dem riesigen Pool, der wie eine Seenlandschaft und sehr tropisch angelegt und super erfrischend ist. Ein netter Abend mit tiefen Gesprächen über die jüdische & arabische Religion, übers Christentum und Politik. Ich habe viel Neues erfahren und mein Blickwinkel wurde wahnsinnig erweitert. Wann hat man schon einen israelischen Sicherheitsbeauftragten unter sich? Hoch intelligent, witzig und mit Charme. Nach dem authentischen kambodschanischen Abendessen geht es nach Hause. Mit dem Fahrrad. Was ich mir nicht alles zutraue. Ohne Laternen und ohne Licht an meinem Fahrrad. Nur meine Taschenlampe vom Handy in der Hand, dass mich die Fahrzeuge rechtzeitig erkennen und nicht von der Bahn werfen….Heil zurück im Hostal heisst es nur noch schnell schlafen gehen…es ist bereits kurz nach 24 Uhr…

 

Montag, 22.01.2018

 

Siem Reap & sein Markt & seine Umgebung

 

MEIN MOTTO DES HEUTIGEN TAGES:

NICHTS DENKEN IST AUCH DENKEN…

 

Eins habe ich während meiner Reise gelernt: Nichts denken. Ich kann einen ganzen Tag einfach nur geniessen, ohne mir grossartig über irgendetwas Gedanken zu machen. Die Gedanken, falls sie einmal kommen, kann ich unheimlich leicht verscheuchen. Ich will nicht denken. Ich will einfach in den Tag leben. Das ist wie meditieren. Sich einfach dem Moment hingeben. So sieht auch mein Tag heute aus – einfach nicht lange überlegen und das tun, wonach es einem zumute ist. Da mein gewünschter Ausflug zu den Tempelruinen von Koh Ker und Boeng Mealea erst morgen stattfinden wird und nicht früher und ich das alles unbedingt sehen möchte, lege ich heute einen Tag Pause ein. Es gibt in Siem Reap genug zu sehen, ob ich es jetzt oder später tue ist letztendlich egal. Nach meiner Erfrischung im Pool entschliesse ich mich dazu, die Altstadt zu mit dem Rad zu erkundigen. Von den königlichen Gärten bis hin zur königlichen Residenz, sämtlicher Tempelanlagen und ein koloniales Hotel, bis hin zum alten Markt und den kolonialen Häusern & Geschäfte rings um den Markt, schaue ich mir alles an und radele gegen Nachmittag wieder aufs Land hinaus. Dieses Mal wähle ich eine andere Strecke, wieder die Strasse mit den vielen Hotels und noch viel weiter. Vorbei an Schulen, Kindergärten und Bauernhöfen und vielem mehr geht es nach guten drei Stunden wieder zurück zum Hotel – es ist einfach zu warm, um mit dem Fahrrad unterwegs zu sein und ich entscheide mich, am Pool zu entspannen und meinen Reiseführer für meine nächsten Ziele zu studieren. Gegen Abend treffe ich Sharon und wir gehen zusammen super gut essen an einem der Imbissbuden und suchen dann zusammen Mitbringsel für seine Familie auf dem Markt. Zum Abschluss gehen wir noch in eine Bar und schlürfen Mojito und Frozen Margaritas mit Passionfrucht. Betrunken werde ich davon nicht…bei der Fingerkuppe voll Alkohol passiert bei mir gar nichts…oder bin ich etwa schon zu viel gewöhnt? Punkt 1 Uhr Nachts liege ich in meinem Bettchen…ein bisschen spät…was solls…heute war ein überaus gemütlicher Tag ohne grossen Highlights…aber morgen kommt ja wieder ein ganz Besonderes!

 

 

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