AMMAN – Gastfreundschaft siegt

AMMAN – Gastfreundschaft siegt

Mittwoch, 27.11.2019

 

AMMAN, JORDANIEN

 

MOTTO:

DEN LIEBEN HERRGOTT EINEN GUTEN MANN SEIN LASSEN…

 

Fotos auf meiner Facebook Seite Tina Volz unter dem genannten Jordanien, Amman! Danke!

 

Aufwachen ohne Gebete in einer arabischen Weltstadt – kuscheln in den frühen Morgenstunden – gemütlicher Einstieg mit traditionellem Frühstück – Fahrt in den König Hussein Business Park & Inspektion des Arbeitsplatzes meines Schatzis – Do you speak english? – Erlösung Taxi oder was? – Schlaraffenland am Wegesrand – Welcome to Jordan – Kostproben mit den allerhöchsten Gaumenfreuden – Supermärkte auf Jordanisch – mit dem Bus ins Ungewisse – arabischer Tee auf einer Blechdose am Straßenrand – römische Vergangenheit, das Nymphoneum – die Deutschen sind auch überall – Obst & Gemüsesouk – Blond aber herzlich und Verehrer hoch drei – mit dem Militär unterwegs – Fotoshooting mit Einheimischen – Bagdad lässt grüssen – ab zum Gebet: die Husseiny Moschee – alles Saftladen – auf der Suche nach Schnürsenkeln – Souks ohne Ende – Gerichte aus 1001 Nacht – the Jordan Museum – weitere Verköstigungen & Fotoshooting mit Einheimischen – das Gourmet Dasein geht weiter – Essen vom Feinsten – das Heritage Restaurant lässt grüßen – das mit dem überall zu hause sein & reinfühlen – Gin & Lachkrampf

 

Am frühen Morgen klingelt der Wecker. Mein Schatzi muss zur Arbeit! Eine sehr ruhige Nacht und ein Aufwachen ohne Gebete in einer arabischen Weltstadt. Ich war darauf vorbereitet aber letztendlich bin ich ganz froh, dass das nicht der Fall ist. Wahrscheinlich sind die Fenster des Hotels dreifach Lärmisoliert. Mit Kuscheln in den frühen Morgenstunden beginnt unser Tag, was kann denn herrlicher sein? Einen Tee im Bett serviert und ab zum

gemütlichen Einstieg mit traditionellem Frühstück am Büffet des Hotels. So kann man es sich auch gut gehen lassen! In Jordanien isst man zum Frühstück, was es auch sonst so tagsüber zum Essen gibt. Natürlich fallen die deftigeren Gerichte weg, aber ansonsten gibt es Fladenbrot, Croissants mit Ziegenkäse oder Creme gefüllt, vielerlei Quark mit Kräutern verfeinert, geräuchert, rein ohne nichts oder mit vielen unbeschreiblichen, leckeren Gewürzen vermischt. Ansonsten den altbekannten Humus, der bereits auch schon in der europäischen Küche Einzug gehalten hat. Beispielsweise Humus aus Kichererbsen, Linsen, Auberginen und einiges mehr. Gebratenes Gemüse steht ebenso bereit, das ein wenig an die italienischen Vorspeisen errinnert. Eier ohne Ende und in allerlei Variationen, Marmelade, Honig, Brotsuppe, undefinierbare Speisen mit Reis und all die süssen Leckerlis des Orients, die so verdammt süss sind, das bereits ein Stückchen den Tagesbedarf an Zucker ersetzt! Puhhh… Der arabische Kaffee wird mit Kardamom serviert und der Schwarztee mit frischen Minzblättern. Die Säfte sind dick wie Sirup, ich kann sie pur nicht drinken und verdünne sie mit Wasser. Nach den vielen tollen Kostbarkeiten, muss man sich schon fast wieder hinlegen. Kohlenhydrate hoch drei. Auf los geht’s los, für uns kann der Tag beginnen…nichts da mit einer Ausschnaufpause. Business Park & Inspektion des Arbeitsplatzes meines Schatzis…das ist jetzt erst mal angesagt und mit dem Taxi machen wir uns auf den Weg. Stau ohne Ende, wieso soll es hier anders sein als in Europa? Die Umgebung ist gepflegt und erinnert keineswegs an ein drittes Welt Land wie sonstige arabische Länder, ganz im Gegenteil. Und der Business Park versetzt mich ins Staunen. Alles sehr futuristisch und mit architektonisch interessanten Bürokomplexen. Die Straßen ordentlich und sauber und sogar mit einem kontrollierten Eingangsbereich für PKWs und Fußgänger. Wer hätte das gedacht? Die Büroräume sind hell und einladend und minimalistisch. Eine nette Arbeitsatmosphäre. Ich will ja meine bessere Hälfte nicht von seiner Arbeit abhalten und will erstmal wieder zurück zum Hotel. Gar nicht so leicht.Do you speak english? Keiner versteht mich, geschweige denn, wo ich überhaupt hin will…Oh jeh… Wie ich ganz schnell verstehe, spricht in diesem Lande so gut wie keiner diese internationale Sprache. Erlösung Taxi oder was? Und so gebe ich ganz schnell auf, auf meine traditionelle Weise mit den öffentlichen Transportmitteln mich fortzubewegen. In diesem Viertel gibt es keine Busse, die mich zumindest in die Nähe oder in die Altstadt von Amman bringen könnten und so springe ich mutig in ein Taxi und zeige dem Taxifahrer eine in arabischen Schriftzügen gehaltene Visitenkarte unseres Hotels und verhandele den Preis bevor es losgeht. Zurück zum Hotel ziehe ich vor mir zuerst einmal Erkundigungen über die Umgebung zu besorgen, bevor ich mich ins Alltagsleben von Amman stürze. Für mich heißt es heute den lieben Herrgott einen guten Mann sein lassen! Wieso auch nicht? Sich einfach treiben und überraschen lassen! Ein Taxi & Transportservice im Hotel hilft mir dabei sehr, Informationen über die lokalen Busse zu sammeln und wo sie abfahren. Sekunden später mache ich mich auf den Weg zu einer Bushaltestelle. Pustekuchen! Ich brauche ewig dorthin, denn bereits jetzt schon verlocken mich einige Kioske und Bazar ähnliche Läden am Wegesrand dazu auf Erkundigung zu gehen. Ein Schlaraffenland am Wegesrand!  Und so lande ich in einem wortwörtlichen, örtlichen Feinkostladen, mit einem Überangebot an örtlichen Spezialitäten! Seien es Mezzeh (orientalische Vorspeisen) oder regionale Leckerbissen – aber hauptsächlich natürlich wirkliche, zuckersüße, orientalische Süßigkeiten! Im Laden gibt es auch unzählige, zu kleinen Türmchen gehäufte Gewürze – der Duft von ihnen steigt mir atemberaubend in mein Näschen! Ich mach mich gleich an das verführerische, süße Angebot und will an die Kasse, um ein paar weiße Nougats mit Pistazien zu bezahlen. Und da bekomme ich doch glatt zur Antwort:Welcome to Jordan, you are invited!“ Ich schaue den Jordanier nur fragend an und er antwortet mir nur: This is Jordans hospitality…und das ist noch nicht alles, es folgen Kostproben mit den allerhöchsten Gaumenfreuden. Mit wird Baklawa (süße Blätterteigtaschen mit Nüssen, Mandeln etc.), Karufa (Teigfladen mit Sirup und Nüssen gefüllt), Halva (gepresster Zucker, Sesam, Honig, Nüsse etc.) und vieles. Ablehnen unmöglich, denn alles ist köstlich. Man backt mir sogar noch im Ofen ein frisches Fladenbrot, bevor man mich gehen lässt und man heißt mich jederzeit willkommen! Ich bin absolut begeistert! Supermärkte auf Jordanisch sind in Reih & Glied direkt neben meinen neu entdeckten „Delikatessenladen“ angereiht. Chaos pur und Produkte die kein Mensch kennt. Seien es Früchte, Gemüsesorten oder generelle Lebensmittel. Und natürlich ewig viele Fladenbrotsorten und süßes Gebäck, wo von ich jetzt erst mal genug habe. Ringsum auch Frauen mit ihren Kindern, die vermummt in der Ecke sitzen und betteln – Armut gibt es leider überall, nicht nur in Jordanien. Das macht immer wieder traurig. Der Straßenverkehr in den frühen Morgenstunden ist höllisch, wie soll es denn anderswo weniger sein. Die Autos drängeln allerdings schlimmer als es die Polizei erlaubt und kommen sich gefährlich nahe. Keine Zebrastreifen oder Ampeln – man hebt in Jordanien einfach die rechte Hand und wenn man Glück hat bremst das erst, zweite oder dritte Auto und lässt einem kurz über die Straße rennen, bevor das nächste bereits das stehengebliebene Auto überholt. Also Beine unter die Arme und los. Mit dem Bus ins Ungewisse!  Wie üblich stehe ich nicht lange an der Straße und mein Bus in die Innenstadt kommt angebraust. Es gibt in Amman keine Bushaltestellen, man steht einfach an der Straße und wartet. Es steht ja alles Notwendige auf dem Bus, soweit man arabisch spricht. Grins. Man gab mir ja Anweisungen im Hotel, wo ich ungefähr stehen sollte und wo die Busse Richtung Stadt fahren. Da lasse ich mich mal überraschen. Die Busse kosten hier ½ JD, 50 Cent. Wechselgeld gibt es nicht. Es heißt aussteigen, wenn man es nicht passend hat. Die Jordanier sind es anscheinend auch nicht gewohnt, dass Touris in den Bus steigen oder es sich überhaupt wagen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen – und so werde ich ein Objekt des Bestaunens und jeder Mann will mir Platz machen oder die Frauen möchten, dass ich neben ihnen sitze. Frau neben Frau…das ist in Jordanien völlig normal – und ja nicht neben einem Mann. Leider kann sich keiner so gut mit mir unterhalten – viele sind der englischen Sprache nicht mächtig was in diesem Lande Gang und Gebe ist. Besser so, sonst würde ich wahrscheinlich keinen Schritt und Tritt weiterkommen – zumindest wenn ich erst einmal am Ziel angekommen bin. Im Schritttempo geht es voran. Ich lasse mich überraschen, wo es hingeht – auskennen tu ich mich ja noch nicht. Alle Straßen sind ordentlich und gepflegt, kaum ein altes Auto und die Häuser lassen nicht vermuten, dass man im Orient ist. Gar nichts rein gar nichts. Irgendwann sieht man alte Bazare links und rechts und da weiß ich, ich bin angekommen. Und plötzlich taucht die Römische Vergangenheit, das Nymphaeum,  neben mir auf – ein Badehaus für Frauen während der Antike. Für mich heißt es aussteigen und das historische Amman entdecken, was mit einem arabischen Tee auf einer Blechdose am Straßenrand beginnt und das direkt vor dem „Badehaus“.

Wieder einmal bin ich Blickfang für alle auf meiner Blechdose sitzend und mit meinem Pappbecher mit Tee in der Hand! Nach dem Tee schau ich mir die Ruinen genauer an und begegne dem ersten Touristen – die Deutschen sind auch überall!  Ein Musiker aus Halle an der Saale, der die Welt bereist und mit seiner elektrischen Violine die Welt begeistert. Aber ich bin hier um Kultur & Traditionen eines fremden Landes kennen zulernen und nicht auf Einladung im Hyatt einen Deutschen und seiner Violine zuzuhören! Um die Ecke beginnt der Obst & Gemüsesouk was für ein Blickfang fürs Auge. Märkte sind für Dich vielleicht langweilig – aber für mich hochinteressant. Erstens findet man immer eine Obst oder Gemüsesorte, die man noch nicht kennt und zweitens Dinge, die man im Leben noch nie so gesehen hat oder einfach anders sind. Das faszinierendste für mich ist allerdings die Leute zu beobachten. Ich stehe dann einfach oft in einer Ecke und beobachte das Treiben – am besten mit einem Teleobjektiv um besondere Gesichter oder Situationen unbemerkt festzuhalten. Als große, blonde Frau ist das allerdings nicht immer leicht in einem fremden Land. Blond aber herzlich und Verehrer hoch dreidenn innerhalb von Sekunden bin ich schon umringt und ich werde zum fotografischen Objekt und es kommt zu einem Fotoshooting mit den Einheimischen, die sich göttlich amüsieren und sich freuen, endlich mal mit einer Touristin in Berührung zu kommen! Mit dem Militär unterwegs. Ein junger Mann bietet sich sogar an, mich rumzuführen und ermöglich mir so einige schöne Porträts von Menschen zu schießen. Ein Selfie mit ihm und weg ist er, nachdem ich seine Einladung auf einem Tee bei ihm zuhause ablehnte. Aber der Nächste wartet schon. Bagdad lässt grüssen!  Ein älterer Herr aus Irak übt sein Deutsch mit mir und zeigt mir ein wenig den Markt. Irgendwie komme ich nicht so richtig voran und als mit Lautsprechern zum Gebet aufgerufen wird, verabschiede ich mich: ab zum Gebet: die Husseiny Moschee, eines der ältesten Moscheen der Stadt ruft zum Gebet und sie liegt auch noch direkt dem Markt. Na dann mal los. Heute nur zuschauen, an einem anderen Tag werde ich sicherlich daran teilnehmen. Auch Jordanien ist ein Paradies für frisch gepresste Fruchtsäfte, an jeder Ecke. Alles Saftladen – und so lasse ich mich gleich mal mit Vitaminen verwöhnen, einen frisch gepressten Granatapfelsaft mit Orangen und frischer Minze…lecker! Auf der Suche nach Schnürsenkeln für meinen Schatzi, was wirklich zu einem Unterfangen wird bis ich sie endlich finde, entdecke ich danach weiterhin die vielen Souks. Souks ohne Ende. Wortwörtlich. Von A-Z alles, was das Herz begehrt, von alten Apotheken mit Naturmedizin bis hin zu allerlei Zubehör, seien es Haushaltsmittel, Schuhe, traditionelle Trachten und vieles mehr. Alles schön nach Zunft geordnet, damit man sich leichter zurechtfinden kann. Und weil man nach dem Schoppen hungrig ist, gibt es auch unzählige Buden, Läden & Straßenstände mit Gerichten aus 1001 Nacht. An manchen Ständen stehen die Araber meilenweit Schlange, aber da ich nicht weiß, was die da alles vernaschen und auch nicht fragen kann was das ist, halte ich mich vorerst lieber davon fern, so nach dem Motto kommt Zeit kommt RatAber bald danach falle ich wieder in das Ritual vonweiteren Verköstigungen & Fotoshooting mit den Einheimischen bevor es Zeit wird wieder den Rückweg zum Hotel anzutreten. Nachdem ich The Jordan Museum, ein hochinteressantes Museum in Amman endlich gefunden habe, entscheide ich mich letztendlich doch, das Museum auszulassen. Es stehen noch genügend auf den Plan und nicht alle Museen sind so mein Ding, vor allem wenn man Stunden lang lesen muss um sich zu informieren – ich bestaune lieber Objekte, was in diesem Museum nicht so der Fall ist. Informationstafeln über Informationstafeln schrecken mich ab und so sitze ich Sekunden später im Bus mit dem richtigen arabischen Schriftzug, was mich ganz stolz macht das zu erkennen, Richtung Hotel. So ein Zufall aber auch – leichter geht es nicht. Und natürlich will ich noch ein Leckerli in meinem Laden von heute morgen kaufen und das Gourmet Dasein geht weiter denn ehe ich mich versehen kann bin ich vom Personal umlagert und probiere mich weiter durch die süße Küche des Orients und werde wortwörtlich gefüttert! Ein paar Fotos mit den Jungs dort und als es dunkel wird komme ich nach einem äußerst erlebnisreichen Tag endlich im Hotel an. Essen vom Feinsten – das Heritage Restaurant lässt grüßen! Wir sind heute Abend auf einem Abendessen mit Kollegen meines Freundes eingeladen. Es bleibt also nicht viel Zeit uns zu richten und loszuziehen. Das Restaurant befindet sich in einem alten Haus mit sehr viel Flair und endlich mal orientalisch angehaucht! Was wir hier erwarten grenzt an das Unmögliche! In geselliger Runde genießen wir tausende von arabischen Vorspeisen, Hauptgerichte & Desserts und trinken dazu typische Getränke – Zitronensaft mit Minze und vieles mehr aber wortwörtlich kein Alkohol! Von Arais, Humu, Tahina, Baba Ghanush, Foul, Tabouleh, Mansaf als Vorspeisen und Hauptgerichte serviert, bis hin über zahlreiche Dessert genießen wir uns durch die Speisekarte. Die Direktorin des Institutes serviert mir ganz fleißig und ich fühle mich wie eine Königin…und mein Schatzi wie ein Pacha…Aber bald geht in keinen von uns beiden noch irgendetwas rein. Das mit dem Pfefferminzblatt…kennst Du den Film das große Fressen…? Mit amüsanter Unterhaltung geht der Abend rasch vorüber und wir rollen wortwörtlich nachhause. Das mit dem überall zu hause sein & reinfühlen das ist ein riesiges Kompliment für mich, das mir meine Liebe an diesem Abend gibt! Er fühlt sich sehr wohl mit mir und mich an seiner Seite zu haben findet er einmalig. Das tut gut. Denn auch ich kann mit ihm Bäume ausreißen, Pferde stehlen & unsere Liebe leben. Das ist sooo schön! Mit dem Gin & Lachkrampf  erretten wir uns schließlich von „dem großen Fressen“…Alkohol bändig so manch einen vollen Magen und auch das Lachen hilft bei der Verdauung. Wir fühlen uns jetzt wieder pudelwohl aber die Nacht wird kurz, denn morgen steht ein weiterer Arbeitstag auf dem Plan & für mich eine frühe Sight Seeing Tour durch die Altstadt Ammans…

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