MOCOA – AM ENDER DER WELT! DER AMAZONAS LÄSST WIEDER MAL GRÜSSEN!

MOCOA – AM ENDER DER WELT! DER AMAZONAS LÄSST WIEDER MAL GRÜSSEN!

Samstag, 05.01.2019

 

PASTO – MOCOA, AMAZONAS & ANS ENDE DER WELT

 

MOTTO:

ALLES ZU GEWINNEN, BIRGT AUCH DAS RISIKO ALLES ZU VERLIEREN…

 

Pastos nette Jungs – Endstation Jeeps? – Karneval überall – auf Traumwegen durch die Anden – Hostal am Ende der Welt – Motorradfahrt zu dritt bei strömenden Regen – Karnevals Party unter neuen Freunden

 

Nach vier Tagen Pasto geht es heute weiter. Leider lerne ich die besten & nettesten Kolumbianer von Pasto erst am Ende kennen: der Inhaber des Hostals Jairo und Fabio, der attraktive junge Mann am Empfang. Wir reden über Gott und die Welt und machen Quatsch. Von den beiden bekomme ich noch einige Tipps für meine Reise und dann geht es los für mich.

Ein Taxi bringt mich nicht zum Terminal sondern an eine Haltestelle, wo sämtliche Jeeps versammelt sind. Endstation Jeeps? Aha…das kann also lustig werden – wenn schon Jeeps eingesetzt werden, scheinen die nächsten paar Stunden recht holprig zu werden. Eigentlich wollte ich ja zum Busterminal. Aber ich gebe mich dem Ganzen hin und lasse mich überraschen. Man will mir meinen Rucksack wegnehmen und auf das Dach schnallen – aber ich weigere mich! Meine Kamara und mein PC gebe ich nicht aus der Hand. Der Fahrer will darauf hin, dass ich mich nach hinten auf die Ladefläche setze, da ich meinen Rucksack auf meinen Schoss nehmen möchte und ich so keinen Platz vorne im Jeep habe. Letztendlich nehme ich den Rucksack zwischen die Beine, was meine Beinfreiheit einwenig einschränkt und auch ein wenig unpraktisch für die Dame neben mir ist, aber sie findet es ok. Und so sitzen wir zu dritt wie die Ölsardinen in der ersten Reihe. Ich in der Mitte. Gut für den Fahrer – für jede Gangschaltung „darf“ er meine Beine berühren und in jeder Kurve „sitze“ ich förmlich auf ihm drauf. Mensch Meier – und das soll jetzt 6 Stunden so gehen?

Aber bald sind wir alle abgelenkt – auf den Weg nach Mocoa werden wir von Karnevalsumzügen überrascht – Karneval überall – und ich habe gedacht, das ist nur in Pasto! Allerdings alles viel netter und einfacher gestalter – authentischer! Überall sind bemalte Kinder unterwegs, teilweise mit Masken, und versperren uns den Weg, um ihn für ein paar Bonbons wieder frei zu geben. Echt süss!

Und unser Fahrer fährt echt Schneckentempo – wir sind mit durchschnittlich 40 km/h unterwegs und alles hupt und überholt uns und ich am Rande des Wahnsinns – so werden wir nie im Leben ankommen! Bald geht der Weg in die Anden Richtung Amazonas. Enge Pässe nach oben und links und rechts geht es unendlich tief nach unten. Alles Regenwald. Teilweise Sonnenschein, teilweise Regen und teilweise Nebel, der über den hohen, tropischen Wäldern hängt. Bäume die violett blühen runden das Bild ab. Irgendwann komm ich mir vor wie über den Wolken, denn bald sind die Wolken in gleicher Höhe wie mit uns. An jeder Ecke ein brausender Wasserfall, der die Straßen matschig und gefährlich macht. Teilweise abgebrochenes Erdreich durch den Regen oder die unendlichen Bäche, die über die Strassen fließen, weil sie keinen anderen Weg mehr finden und somit die Strasse teilweise mitreißen. Super gefährlich, vor allem wenn einem noch Lastwägen entgegenkommen und wir bis zum Straßenrand ausweichen müssen, der teilweise nicht mal durch eine Leitplanke geschützt ist. So düsen wir 6 Stunden durch die Gegen – trotzalledem auf Traumwegen durch die Anden!

Nach einem Jeepwechsel in Mocoa, werden ich und andere Passagiere noch zu unserem Endziel gebracht. Keiner versteht so richtig wo ich hin will. Mein Hostal heisst Portal final del Mundo und jeder denkt ich will in den Naturschutzpark Final del Mundo, der nur nach 6 km zu Fuss durch die Pampa erreichbar ist….was für ein Drama. Da zeigt man noch dem Taxifahrer den Weg. Zum Glück gibt es GPS! Kaum angekommen und die Koffer ausgepackt, bietet mir die Hostalbesitzerin an, mit auf die Karnevalsfeier in die Stadt zu gehen. Blanca Noibes ist ihr Name. Wieso eigentlich nicht? Zwar ist es jetzt schon 21 Uhr – was für eine lange Fahrt und Tag, aber das ist praktisch der Ersatzkarneval, den ich in Pasto verpasst habe. Einige Zeit danach sitzen wir zu dritt auf einem Motorrad. Eine Motorradfahrt zu dritt bei strömenden Regen, der mitten auf dem Weg nach Mocoa plötzlich anfing. Halleluja. Wir halten an, damit wir einen Regenmantel über uns werfen können – gut für Blanca, aber nicht für uns, denn so fahren wir blind, da wir uns unter ihrem riesigen Regenmantel „verstecken“. Irgendwann macht das Mädchen hinter mir noch den Regenschirm auf, dass wir zumindest ein wenig trocken bleibengeht es noch? Ich schwöre mir nur noch, dass ich zu Fuss oder mit dem Taxi nach hause gehe – 6 km…die Strecke mit dem Motorrad kommen mir vor wie eine Ewigkeit. Bald werden wir dafür entschädigt – es wartet auf uns eine Karnevals Party unter neuen Freunden von Blancas Ehemann Luis. Salsa Musik bis zum Abwinken und bald schwinge ich mein Tanzbein zu Latino Rhythmen bis spät in die Nacht. Das pure Leben! Viva Colombia! Mein Ersatzsilvester sozusagen. Die eigentlichen Festlichkeiten besuchen wir nie – die Piste zum Festplatz besteht nur noch aus Matsch, zu Fuß oder mit dem Motorrad unerreichbar. Na ja, morgen ist ja auch noch ein Tag.

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