Ninh Binh oder die trockene Halong Bucht

Ninh Binh oder die trockene Halong Bucht

Freitag, 22.12.2017

 

Nhin Bhin – mit dem Fahrrad durch Dörfer – Trang An – Ruhepol Tam Coc  

 

MEIN MOTTO DES HEUTIGEN TAGES:

DIE NATUR SPÜREN UND GENIESSEN UND HAUTNAH MITERLEBEN

 

Um 6:30 Uhr werde ich aus meinem Tiefschlaf wachgerüttelt. Ja! Ich habe tatsächlich geschlafen! Wir sind am Ziel. An einer Kreuzung, die rechts nach Tam Coc abgeht lässt man mich „springen“ und ich steige aus dem Bus und stehe auf einer Hauptverkehrsstrasse. Kaum Boden gefasst, kommt auch schon ein Mopedtaxi und ich steige kurzerhand auf und lasse mich nach einigem Suchen zu meinen Tam Coc Bungalows bringen. Sie liegen direkt an einem Fluss und sprechen total an. Urige Hütten am Fluss gebaut und die Dorm sind super sauber mit Flussblick und Kalksteinfelsen drum herum. Richtig romantisch und magisch. Genau das was ich brauche um mich in den nächsten Tagen ein wenig zu entspannen bevor es zurück in den Trubel nach Hanoi geht. Mein Empfang ist super freundlich. Mir wird sofort ein Bettchen zugewiesen und Frühstück angeboten. Nach einer warmen Dusche sitze ich um ca. 7.30 Uhr direkt am Flusslauf und geniesse mein ausgewogenes Frühstück aus frischem Obst, frischgepressten Säften, Reisnudeln, Pfannkuchen, Kuchen und meinem ersten Kaffee seit 2 Monaten. Paul, ein junger Mann aus Litauen gesellt sich zu mir und wir beschliessen mit einem Fahrrad die nähere Umgebung zu erkunden. Wir radeln durch kleine Dörfer an Reisterrassen vorbei mit Blick auf Kalksteinfelsen – die sogenannte trockene Halongbucht, die aber von mehreren Flüssen und Höhlensystemen durchkreuzt wird. Einfach einmalig auf eigene Faust und mit eigenem Fortbewegungsmittel unterwegs zu sein. Ich fühle mich so richtig frei und mit der Natur verbunden. Unser Ziel ist Trang An, bekannt für seine Höhlensysteme und Pagoden. Auf unsere Ruderbootstour sehen wir 9 Höhlen und 3 alte Pagoden, die uns faszinieren. Die Höhlen, die mit dem Boot durchfahren werden, sind allerdings nichts für Menschen mit Klaustrophobie: Stalaktiten und Stalakmiten durchkreuzen die Wege unseres Bootes und wir müssen uns teilweise schon fast ins Boot legen um uns nicht unsere Köpfe anzuhauen. Die Höhlensysteme sind teilweise bis zu 900 m lang aber mit kleinen Lichtern versehen, so dass man zumindest die Gefahr im Voraus wahrnehmen kann. Die Natur ausserhalb der Höhlen ist überwältigend; von Mangroven- bis hinüber Bambuswälder oder einfach Schilf und Sumpfgebiet, in dem sich Enten oder Gänse tummeln. Unterwegs machen wir an 3 Tempeln halt, die wir teilweise über ewiges Treppensteigen hoch und runter erreichen. Die Tempel sind teilweise aus dem 14 Jahrhundert und super schön nostalgisch. Unsere Tour dauert ca. 3 Stunden und wir sind total begeistert. Eine einzigartige und spektakuläre Natur und für uns schon jetzt ein Highlight der Ninh Binh Provinz. Auf dem Rückweg erleben wir noch den spektakulären Sonnenuntergang über den Kalksteinfelsen und Reisterrassen von Ninh Binh. Auf dem Nachtmarkt im Ort hole ich mir noch super schmeckende vietnamesische Frühlingsrollen und eine frittierte Banane und danach geht es zurück zum Hostel. Nun sitze ich schon seit einiger Zeit auf der Terrasse der Tam Coc Bungalows und höre dem Zirpen der Grillen zu un den Fischen, die ab- und zu aus dem Flusslauf vor mir springen… sternenklare Nacht. Morgen scheint sicherlich wieder die Sonne…heute schon war es erleichternd warm – eine Wohltat nach der eisigen Kälte der vergangenen Tage…und sicherlich eine noch grössere Wohltat heut Nacht mal wieder in einem Bett für mich alleine zu liegen…und alles duftet so herrlich nach frischgewaschener Bettwäsche und diese kuschelige Decke…hmmm

 

Samstag, 23.12.2017

 

Tam Coc – mit dem Fahrrad durch Dörfer – Tempelzeremonie – Tempelhöhle – Rettung einer Deutschen Scooterfahrerin – Pagode Bich Dong – verwinkelte Gassen von Tam Coc

 

MEIN MOTTO DES HEUTIGEN TAGES:

SICH EINFACH TREIBEN LASSEN…

 

Ausstehen und direkt am Flusslauf frühstücken – man kann hier ewig verweilen mit den Blick auf die Kalksteinfelsen, Reisfelder und die vorbeiziehenden Boote, die hauptsächlich von Frauen gerudert werden – allerdings nicht mit den Armen, sondern mit den Beinen. Während sie rudern haben sie so die Hände für alle möglichen anderen Sachen frei wie knüpfen, Obst schälen, Blumensträusse zusammenbinden und vieles mehr. Viele Boote sind voll mit Lebensmitteln oder Souvenir, denn das ist die Route, die täglich viele Touristen den Booten fahren und die Tour beginnt ca. 1 km vor unseren Bungalows. Um kurz nach 11 Uhr kann ich mich endlich losreissen. Paul wollte mit dem Moped in einen Naturschutzpark fahren und ich habe beschlossen, weiterhin die Umgebung kennenzulernen. Mein fahrbarer Untersatz wird weiterhin ein Fahrrad sein. Am besten fange ich mal direkt hinter meinem Revier an. Ich fahre über eine kleine Brücke an einem kleinen Fluss und Reisterrassen vorbei und verschwinde irgendwann hinter den Kalksteinfelsen. Als ich Gesang höre, mache ich mich in diese Richtung auf uns stehe plötzlich vor einem Tempel mit einem riesigen Eingangstor. Es sieht so aus, als ob hier eine Hochzeit gefeiert wird, aber es stellt sich heraus, dass es sich um ein Ritual dreht. Der sogenannte Hau Dong ist ein wichtiges Ritual bei der Mutter-Ehrung. http://vovworld.vn/de-DE/kulturreport/hau-dong-ein-wichtiges-ritual-in-der-mutterehrung-296244.vov. “Hau Dong” ist tatsächlich eine Art und Weise, um Kontakte mit den Heiligen durch die Körper von “ong dong” aufzunehmen, also die Menschen, die sich mit diesem Ritual beschäftigen. Durch das Ritual wird das Image von Heiligen widergespiegelt, die den Gläubigen der Mutter-Ehrung Glück bringen und ihnen Ratschläge geben. Beim Hau Dong-Ritual gibt es eine harmonische Mischung zwischen den heiligen und folkloristischen Faktoren. Alles sehr interessant. Ich werde sogar in die Tempelanlage gewunken, um an der Zeremonie teilzunehmen! Seltsamerweise sind nicht viele Einheimische dort. Kurze Zeit später fahre ich mit meinem Drahtesel weiter und lande in einem sehr interessanten Höhlentempel, wo Licht von oben hereinfällt und sich langes Farn seinen Weg von oben nach unten in die Höhle bahnt. Gigantisch! Ich fahre über Stock und

Stein und schaue mir meine auch so genannte trockene Halongbucht genau an, bis mir plötzlich jemand zuwinkt. Es stellt sich heraus, dass es eine Deutsche ist, die mit ihrem Motorradroller auf einem schmalen Weg im Reisfeld stecken geblieben ist und nun nicht mehr rauskommt. Ich eile ihr zu Hilfe und wir versuchen zu zweit den Roller umzudrehen und kommen richtig ins Schwitzen. Weiss Gott warum sie diese unwegsame Strecke überhaupt gefahren ist – das sieht ja sogar ein Blinder, dass das nicht gut gehen kann…Wäre ich wahrscheinlich nicht gekommen, hätte sie in dieser Situation ewig verweilt. Gerettet und alles gut – ich weiss warum ich kein Scooter fahre. Mein Weg führt mich zurück, weil das Strässchen nicht mehr weitergeht und ich fahre auf der Hauptstrasse entlang von weiteren Reisfeldern, Wasserkanälen und riesigen Kalksteinfelsen. Irgendwann komme ich an die Pagode Bich Dong mit einem wunderschönen typischen Eingangstor. Mein Fahrrad stelle ich kurz vor der Tempelanlage ab. Dieser magische, heilige Ort muss unbedingt von mir besucht werden. In einer Höhle befindet sich noch ein weiterer Tempel und weitere Treppen rechts führen in ein Tal mit einem See. Mit dem wagen Sonnenlicht kommt mir das alles vor wie im Traum. Es macht so richtig Spass mit Fahrrad durch die Gegen zu düsen und die Umgebung zu erforschen. Irgendwann lande ich in Tam Coc und fahre jedes mögliches kleine Strässchen, um einen Einblick zu erhalten, wie die Menschen hier leben. Viele haben bereits schon ein Häuschen und keine Hütte mehr, trotzalledem leben alle in sehr nüchternen Verhältnissen. Bald bin ich wieder auf dem Nachtmarkt, um meine Frühlingsrolle, Reiskuchen und süsser Reis in Bananenblättern zu vernaschen. Der Tag ging ja doch super schnell rum – er hat ja auch immerhin ziemlich spät für mich angefangen. Jetzt sitze ich wieder direkt am Fluss bei einen Bananenlassi und geniesse den Abend und das Alleinsein.

Sonntag, 24.12.2017 WEIHNACHTEN!!!!

 

Tam Coc – Entpannen am Flusslauf – ein Mönch lässt grüssen – Spaziergang in den Reisfeldern – Tempelzeremonie Hau Dong – Weihnachtsfeier im Homestay

 

MEIN MOTTO DES HEUTIGEN TAGES:

DIE WEISSAGUNGEN BUDDHAS ODER WAS EIN MÖNCH NICHT ALLES WEISS &

DIE GEBURTSTAGSFEIER MIT JESUS!

 

Heute ist Weihnachten, frohes Fest. Ich lasse an diesem heiligen Abend alles ganz entspannt angehen. Das Frühstück nehme ich mit meinem Mönch ein…Su (e) Young…komisch, seit ein paar Tagen schon begegnen mir Menschen mit Namen von Bekannten meines Ex, oder Nationalitäten seiner Freunde, die ich nie so richtig mochte, vielleicht will der liebe Gott, dass ich mich damit auseinandersetze…und zu meinem Erstaunen entzücken mich alle diese neue Menschen und ich kann die Negativität mit diesen Synonymen begraben. Der Mönch hat mit mir ein sehr anregendes Gespräch. Es ist Mönch seit 9 Jahren und aus Südkorea. Mit 38 hatte er seinen langen Entschluss gefasst. Schon als kleiner Junge, als er fast im Meer ertrunken ist, als er seinen Freund retten wollte obwohl er nicht schwimmen kann, hatte er es aus Dankbarkeit vor aber nie letztendlich getan. Am Tag der Mönchsweihung rasierte er sich die Haare ab und am Himmel erschien in Wolkenform Jesus. Er hat mir das Foto sogar gezeigt, wirklich – einmalig. Seitdem unterstützt er Menschen, die seelisch und moralisch seine Hilfe brauchen. Ein toller und sehr intelligenter Mensch. Die Gespräche mit ihm sind super tief. Wir laufen eine Runde um die Reisfelder und am Fluss entlang, die Sonne scheint. Um 16 Uhr fährt sein Bus nach Hanoi und morgen fliegt er nach Thailand. In seiner Mission anderen zu helfen geht er auf Reisen. Zugleich will er andere Kulturen und Länder kennen lernen. Während er reist hat er allerdings sein Mönchskostüm abgelegt und rasiert auch nicht mehr seine Haare. Ich werde ganz schön müde, denn seine Gespräche sind sehr philosophisch und nehmen meine ganze Konzentration in Anspruch. Als er geht, begleite ich ihn noch zum Bus. Wir wollen Kontakt über Facebook halten. Ich bin mal gespannt, was er so berichtet und erlebt. Seit heute morgen um 8 Uhr sitzen wir zusammen. Er ist mir ein guter Lehrer, kann sehr viel in Menschen sehen. Nachdem er weg ist, mache ich nochmals ein Spaziergang über die Reisfelder. Einfach so wunderschön wenn die Sonne scheint. Und siehe da, in der Tempelanlage ist wieder ein Hau Dong. Dieses Mal allerdings traditioneller und die Dame, die das ganze vorführt, ist schon ganz in Trance. Die Kostüme sind noch gewaltiger. Nach einer guten Stunde marschiere ich ins Homestay zurück und telefoniere mit meiner allerliebsten Familie. Nach unserem Gespräch will ich eigentlich einen ruhigen heiligen Abend mit mir selber haben und den Geburtstag Jesus feiern…aber die Managerin vom Homestay besteht darauf, dass ich mit allen mitfeiere und so lasse ich mich überreden mit an Bord zu sein. Es gibt ein riesiges Buffet und das Restaurant ist rammelvoll. In Vietnam gibt es tatsächlich Glühwein und es sind echt alle Nationalitäten vertreten als wir zusammen alle anstossen und uns alle zusammensetzen…Europäer, Amerikaner, Engländer, Argentinier, eine Kolumbianerin, Japaner & Koreaner. Aber es dreht sich nur um wie viel sie doch trinken, essen, Party feiern können etc. dass ich heilfroh bin, als mich die Managerin in ein Gespräch verwickelt. Trotzalledem eine schöne runde Weihnachtsfeier, wenn ich auch seltsamerweise gerne alleine gewesen wäre. Gleich nach dem Dessert seile ich mich ab und nehme den Rest des Abends für mich in Anspruch…Als ich um 1 Uhr meine Augen schliesse, trinken alle anderen immer noch bis zum Abwinken…

 

Montag, 25.12.2017   1 WEIHNACHTSFEIERTAG

 

Tam Coc – einfach mal nichts tun – Rückfahrt nach Hanoi – Abschied von Hanoi – Umtrunk mit Snow

 

MEIN MOTTO DES HEUTIGEN TAGES:

MAN MUSS NICHT IMMER REDEN UND MIT ALLEN KOMMUNIZIEREN, MANCHMAL KANN MAN SICH HERVORRAGEND MIT SICH SELBER BESCHÄFTIGEN UND SICH GANZ AUF SICH KONZENTRIEREN…

 

Kater ist heute angesagt – nicht bei mir, aber bei den anderen. Sämtliche haben auch mit einer Magenverstimmung zu kämpfen, was bestimmt nicht am Essen lag sondern an der Mischung von sämtlichen Getränken und Cocktails. Jeder hat irgendetwas. Ich hab kein grossen Bock mich mit ihnen zu unterhalten – die Themen sind eh nicht so interessant, also warum meine Energie verschwenden? Ich nutze liebe nochmals die Zeit, das ziemlich schnelle Internet in Anspruch zu nehmen…kommt ja schliesslich selten vor dass die Verbindung so klasse ist. Das habt Ihr sicherlich schon an meinen ewigen Beiträgen auf meiner Webseite oder meinen unendlichen Videos bei Facebook festgestellt. Die Sonne scheint und es ist richtig warm.

Schade, dass ich die Sonne nicht mitnehmen kann. Nicht nur die Sonne, Ninh Binh ist wirklich lohnenswert. Ich fühle mich wohl und es ist so entspannend. Und drum herum ist so viel zu entdecken und erkunden. Die Natur ist ebenso einzigartig und natürlich die Traditionen und Kulturen.

 

 

 

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