HONGKONG – TRADITIONELLS FISCHERDORF TAI O AUF LANTAU ISLAND

HONGKONG – TRADITIONELLS FISCHERDORF TAI O AUF LANTAU ISLAND

Samstag, 03.02.2018

 

Hongkong – Lantau Island

 

MEIN MOTTO DES HEUTIGEN TAGES:

THE ONLY SOURCE OF KNOWLEDGE IS EXPERIENCE…ALBERT EINSTEIN

 

Nur weg von Hongkong – zumindest für einen Tag. Schliesslich muss ich wissen was um mich ist, Hongkong soll nicht mein einziges Highlight bleiben…Highlight bei Nacht und von den Ausblicken her ja, aber als Stadt selber ist sie erdrückend und ich muss raus aus den Hochhauswald ohne Aussicht. Der Weg führt mich heute nach Lantau Island. Die Fähren fahren regelmässig und für einen Bootstrip bin ich immer zu haben. Schliesslich will ich Hongkong vom Meer aussehen und die umliegenden Inseln kennenlernen. Mit dickem Fliess, Windjacke, Funktionsstrumpfhose, Wollmütze und Handschuhen stelle ich mich der Kälte – und ich hätte beinahe meine „Winterausrüstung“ in Kambodscha gelassen um mein Gepäck zu erleichtern. Gott sei Dank kam die Info von Anne von meinem Hostal mit der Bemerkung: Warum gehst Du nach Hongkong während es so kalt ist? Ich meinte vor Tagen nur zu ihr, dass man nicht zu jedem Reiseziel zum richtigen Zeitpunkt sein kann, wenn man so lange unterwegs ist…und dass ich ja gut eingedeckt bin…Hahaha…Die Fähre fährt eine gute Stunde an ewig vielen kleineren Inseln vorbei – im Sommer oder wenn es wärmer ist und die Sonne scheint muss das ein absoluter Traum sein. Ein göttlicher Strand nach dem anderen und überall Hügelchen und Palmen. In Lantau Island angekommen, und zwar in Mui Wo, schaue ich mich gar nicht lang um und steige direkt in den Bus nach Tai O, der abfahrtsbereit schon da steht und auf die Touristenmasse wartet – wie üblich bin ich die einzige Touri mit weisser Haut…Die Busfahrt geht in den Westen der Insel auf einer serpentinenartige Strasse mit einem stöndigen Auf- und Ab durch das spektakuläre Landschaftsbild mit ewigen, tropischen Wäldern, Blick auf das Meer und idylischen Badebuchten. Ab und zu ein kleines Dörfchen oder eine Tempelanlage und dann fahren wir in den Hafen von Tai O ein. Tai O ist noch ein kleines Fischerörtchen, bekannt für seine Fischsauce und noch seiner Ursprünglichkeit. Vor langer Zeit war es das allererste Örtchen, das auf dieser Insel bevölkert wurde. Es gibt sogar noch Stelzenhäuser dort, die an Kanälen und am Meer gebaut sind. Wie Ihr zwischenzeitlich wisst, begeistern mich ja schwimmende Dörfer. Überall sind alte, grosse Fischerboote und ein Weg führt direkt an ein Volksmuseum vorbei, das ich natürlich besuche, in das Ort in eine Marktstrasse, wo sämtlicher Trockenfisch und andere getrocknete, undefinierbare Meereswaren verkauft werden. Wie es hier riecht brauch ich glaube ich nicht zu beschreiben! Zwischen den ganzen Verkaufsständen finden sich auch kleine Speiselokale. Aber die Speisekarte alles nicht in meiner Sprache. Hauptsächlich Suppen mit seltsamen Zutaten – da lasse ich lieber die Hände weg. Endlich eine Bäckerei. Dann esse ich halb Süsses. Als mich die Verkäuferin jedoch verarschen wollte und ein Gebäck für sage und schreibe 30 Hongkong Dollar verkaufen will obwohl es mit 3 Hongkong Dollar ausgezeichnet ist, werde ich böse. Um die Ecke bekomme ich ein Kokosnussmuffin für 7 Hongkong Dollar und werde nicht veräppelt. In einem super süssen Laden werden traditionelle Kleider von Minderheiten verkauft und noch sonstige, interessante Souvenirs aus der ganzen Welt. King heisst der Inhaber, sieht aus wie ein Tibeter, aber er ist Hongkong Chinese super nett und sehr attraktiv mit seinen langen schwarzen Haaren und brauner Haut. Sehr bereist dieser Mann und äussert charmant. Lange unterhalte ich mich mit ihm über die Politik der Chinesen, Tibet und die Unterdrückung anderer Minderheiten. Die typische Sprache der Hongkong Chinesen, die zu derer Kultur gehört, kantonisch, wird von der Regierung unterdrückt und Traditionen nicht gepflegt. Seit die englische Kronkolonie seit 1997 weg ist, will die junge Generation autonom sein, was erbärmlich von der chinesischen Regierung unterdrückt wird. Junge Menschen in Hongkong geboren fühlen sich nicht als Chinesen. Er meint wie ich, das Tibet unterdrückt wird und man alles kaputt macht, was Kultur und Religion dort ist. China will alles als eins sehen, alle müssen sich anpassen. Man will kein Misch Masch von Religionen oder Minderheiten. Alle sollen Chinesen sein, klargesprochen chinesische „Arier“…wie auch immer die aussehen sollen…Sprich fast Hitlermässig. Der Mann ist überaus interessant. Er hat so viele Infos. Das gewährt einen Einblick in das wahre China und Hongkong. Die Meinung der alten Menschen ist nicht gefragt – frage also nie, was besser wäre, das jetzige chinesische Hongkong oder die britische Kronkolonie. Keiner will Ärger, keiner wird sich äussern, weil es damals schon genügend Probleme gab bevor es zur Kronkolonie wurde um man lieber vergessen will…Das schwimmende Fischerdorf ist echt interessant – es ist nicht aus Holz sonder alles Blechhüten aus silbernen Blech oder einfach silber angemalt. Alles was nicht so ist, war früher ein Hausboot und wurde einfach nun auf Stelzen gestellt. Die Leute leben teilweise in „Containern“ auf Stelzen und auf naive Art und Weise. Mit dem Ofenrohr und Feuerstelle vor der Hütte und getrockneter Fisch auf dem Dach oder geflochtenen Basttellern an Wäscheleinen aufgehängt. Die Fischerboote sind direkt an den Pfählen festgebunden. Die Regierung hat den Menschen genehmigt, ihre Hütten auf dem Wasser zu bauen. 100 Hongkongdollar im Jahr um den Grund zu nutzen. Weil es zu viele wurden und dies die günstigste Wohnmöglichkeit ist, hat man es nun offiziell verboten. Schliesslich will die Regierung das diese Arme Menschen ihr weniges Geld in unbezahlbare Wohnungen investiert. Schrecklich. Herr Gabriel…das müssen sie sich unbedingt anschauen und dann mit der chinesischen Regierung sprechen…Mensch…von wegen Aussenpolitik, wenn man Menschen unter solchen Umständen in anderen Ländern leben lässt! An jedem der Stelzenhäuser ist ein winzig kleiner Tempel…die Chinesen sind sehr gläubig, das muss man ihnen lassen. Am andern Ende des Fischerdorfes gibt es dann noch eine alte koloniale Polizeiwache mit Gefängnis, das jetzt ein zuckersüsser Heritage Hotel ist und auf einem Hügel mit Ausblick auf den Hafen liegt. Auf dieser Insel gibt es sogar weisse Delfine, die man mit einer Bootstour sehen kann, aber mir ist es dafür echt viel zu kalt! Auf dem Rückweg nehme ich noch ein definierbares Reisgericht zu mir, das mir allerdings am Abend Problemchen bereitet…zum Glück gibt es Reiswein. Die Rückfahrt mit der Fähre ist genial – mit Blick auf Hongkong bei Nacht…Ich besuche noch eine Shopping Mall bevor es zurückgeht. Aber Zara ist teuerer als in Spanien, auch Maximo Dutti…Gott sei Dank bin ich nicht im Einkaufsrausch! Zurück im Hostal Koffer aussortieren für die Philippinen…ich will ein kleines Päckchen im Hostal lassen, bis ich zurückkomme. Der Reiswein macht mich allerdings müde…und trotzdem ist es wieder einmal spät bis ich im Bett liege…

 

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